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Piz Linard (GR, 3410m)
Bild: Im Vordergrund die Linardhütte, rechts dahinter der Gipfel



Gemütlich wanderten Reto und ich von Lavin im Unterengadin aus hoch zur Linardhütte oder auf Romanisch Chamonna dal Linard. Die SAC Hütte ist eine schöne kleinere SAC Hütte und sehr heimelig und angenehm, vor allem wenn es wie bei uns nicht allzu viele Leute hat. Wir studierten die morgige Tour mit dem Fernrohr, welches bei der Hütte aufgestellt war.

Am nächsten Tag klingelte der Wecker morgens nach 5 Uhr und um 6 Uhr liefen wir los. Bei den ersten knapp 600 Höhenmeter kann man sich zuerst auf dem Wanderweg und dann später auf Wegspuren einlaufen. Beim Einstieg des 1. Couloir zogen wir dann unser Klettergurt an (welchen wir letztendlich nicht gebraucht haben) und montierten zudem unser Helm. Das 1. Couloir ging flott vorbei und auch der Ausstieg zum grossen Geröllfeld war unproblematisch. Der komplette Berg war bereits schneefrei. Es hatte nicht mal Schnee in den Couloirs und das Anfangs Juli! Das obere 2. Couloir gestaltete sich etwas anspruchsvoller, vor allem mit viel losem Gestein. Wir wählten für den Aufstieg eine Rinne rechts des offiziellen Couloirs und querten erst fast ganz oben zurück in die Normalroute. So konnten wir der Schusslinie der sich immer wieder lösenden Steine ausweichen. Der Rest auf den Gipfel war dann gemütliches Geh-/Kraxelgelände. Oben wartete auf uns ein imposantes Panorama. Der Piz Linard ist mit 3410 m der höchste im Silvrettagebiet und demensprechend ist die Sicht auf die Alpen frei. Das Wetter war auch fantastisch. Bald aber stiegen wir sorgfältig wieder auf gleicher Route runter. Gegen Mittag um 12 Uhr kamen wir wieder bei der Linardhütte an und gönnten uns eine längere Pause mit Zmittag, Bier, Kaffee und liessen vor dem Hüttenabstieg die Tour mit den Glückshormonen Revue passieren. Schwierigkeit: T5+.
09.07.2022