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Breithorn (Lötschental) (VS, 3785m)
Bild: Blick zum Nesthorn



In aller Frühe starteten wir zur unserem Abenteuer in Richtung Nesthorn. Ob wir es bis dahin schaffen würden, wussten wir nicht, denn die Tour war ziemlich lang. Am Vorabend kehrten zwei Gruppen aufgrund der Länge der Tour vorzeitig ohne Gipfelbesteigung zurück. Die erste Hauptschwierigkeit bestand vor allem bei der Wegfindung zum Fuss der Baltschiederlicka. Nervöse Moränen müssen hoch- und wieder abgestiegen werden. Bei Tagesanbruch erreichten wir aber doch bereits den Fuss dieser Baltschiederlicka. Nun seilten wir uns an und kletterten hoch zu dieser Lücke. Der Beginn der Kletterei wird mit Metalltritten und einem Hilfsseil erleichtert. Ohne diese Hilfsmittel wäre es anspruchsvoll. Nach den ersten Metern legt sich die Steilheit zurück und es wird immer einfacher. Bei der Lücke muss man zuerst in Richtung Nordosten absteigen, das heisst an der Flanke entlang traversieren, bevor man sich dann zum Gletscher abseilen kann. Über den Gredetschgletscher darf dann angenehmen bis an die Felsen unterhalb des Gredetschjochs hochgestiegen werden. Früher konnte man wahrscheinlich einfach zum Gredetschjoch hochsteigen. Mit dem Gletscherrückgang wurden jedoch auch wieder Metalltritte montiert, um die ersten Metern überhaupt überwinden zu können. Mit kurz überhängenden Kletterzügen kann man sich an diesen Metalltritten hochziehen. Anschliessend kann an Sicherungsstangen gesichert werden, die dann auch als Absteilstellen dienen. Als wir dann endlich das Gredetschjoch erreichten, war dann bereits 11 Uhr. Wir haben uns eine Zeitlimite für die Umkehr gesetzt und wussten, dass es nicht mehr für das Nesthorn reichte. So spurten wir noch durch den tiefen Schnee hoch zum Vorgipfel des Lötschentaler Breithorns. Aufgrund der Zeit mussten wir auch den Hauptgipfel auslassen. Der Rückweg zur Hütte ist nämlich wieder genau der Gleiche zurück und dauerte bei uns etwa gleich lang wie der Aufstieg. Wir erreichten erst kurz vor dem Nachtessen die Baltschiederklause und hatten erst mal genug von dem vielen Geröll. Immerhin war das Wetter fantastisch. Es ist eine spezielle Tour. Es gibt keine wirklich technisch anspruchsvollen Stellen, die Wegfindung und Gesamtlänge der Tour ist aber nicht zu unterschätzen. Schwierigkeit: WS+.
14.08.2017