Baltschiederjoch

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Baltschiederjoch (VS, 3178m)



Vor ein paar Tagen hatte ein Wintereinbruch stattgefunden und dies mitten im Sommer. Unser Hauptplan war früher einmal gewesen, das Bietschorn zu besteigen und dann weiter im Baltschiedergebiet noch eine Tour anzuhängen. Diesen haben wir aber schnell verworfen, jedoch stiegen wir trotzdem zur Bietschhornhütte auf, um das Gebiet besser kennenzulernen. Wir waren in der einfachen, aber gemütlichen Hütte nur zu viert. Seit diesem Sommer führt neu der welsche Hüttenwart Yann die Hütte. Für den nächsten Tag wollten wir direkt oberhalb der Hütte zum Fuss des Nestgletschers traversieren. Der viele Schnee zwang uns jedoch den Hüttenweg bis auf fast 2300 m abzusteigen, um dann wieder hochzusteigen. Wir traversierten alles nordwärts am Fuss des Birchgletschers vorbei, um das Couloir hochzusteigen, welches südlich von Punkt 3154 austritt. Wir machten aber gleich zwei Verhauer. Beim ersten stiegen wir vor dem Birchgletscher zu weit ab, um dann nachher im losen Schutt wieder hochzusteigen. Am besten wäre es, gleich zu Beginn über den Gletscherrand des Birchgletschers zu traversieren. Beim Zweiten verpassten wir das Couloir, da das Couloir wegen dem vielen Schnee eher wie ein normaler Hang ausgesehen hat. Nach einem Blick auf das GPS bemerkten wir das Malheur und wir querten mit Pickel und Steigeisen in direkter Linie zurück zum Couloir, welches wir auf ca. 2820 m betraten. Das Couloir war tief schneebedeckt, was aber ein klarer Vorteil in Bezug auf das lose Geröll war. Durch das Schneestapfen und durch die Höhe war ich beim Ende des Couloirs ziemlich auf dem Hund. Bevor wir den Gletscher vor dem Baltschiederjoch betraten, machten wir ausgiebig Mittagspause. Nun folgte noch der heikle Teil der Tour: Die Gletscherüberquerung des Üssre Baltschiedergletschers. Der Neuschnee überdeckte die offenen Gletscherspalten. Mit dem Pickel sondierend traf ich am Laufmeter auf zum Teil grössere Spalten, die wir im Zickzack umgehen mussten. Ich war dann froh, als wir am anderen Ende des Gletschers ankamen. Mit Hilfe von Steinmannen fanden wir den Weg zur Baltschiederklause gut. Wir genossen dann noch die Nachmittagssonne draussen vor der halbleeren Hütte. Die Baltschiederklause ist eine der abgelegensten SAC-Hütten. Der kürzeste Wanderzustieg dauert etwa sieben Stunde, ist aber landschaftlich einmalig. Schwierigkeit: WS.
13.08.2017