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Piz Morteratsch (GR, 3751m)
Bild: Fuorcla da Boval im Vordergrund



Ausgangspunkt der interessanten kombinierten Hochtour ist die Bovalhütte auf 2495 m, welche von der Haltestelle Morteratsch der Berninabahn in 600 Höhenmeter Fussmarsch erreichbar ist. Der Wanderweg führt teilweise über die Moräne am Rand des Morteratschgletschers entlang und führt am Ende steil Zick-Zack hoch zur Hütte (T2).
Am Folgetag startet die Tour bei Dunkelheit auf dem Wanderweg in Richtung Corn Boval. Ab ca. 2600 wählten wir die Wegspuren links an den zwei Felspartien vorbei zum Kessel auf ca. 3000 m. Diese Variante haben wir als sehr gut empfunden. Auf 3000 m kann optimalerweise bis an die Felsen hochgestiegen und erst dann links in Richtung erster Kletterstelle gequert werden. Diese kurze folgende Kletterei ist mit Sicherungsstangen versehen (II). Danach kann wieder zu Fuss bis zu den letzten Felsen unterhalb der Fuorcla da Boval weiter gewandert werden. Diese letzte Partie ist geprägt von leichtem Kraxeln im 1. Schwierigkeitsgrad und es kann alles sehr gut am kurzem Seil bewältigt werden. Die Bovallücke dient als guter Rastplatz und ist sowohl der Punkt, wo vom Fels auf den Firn gewechselt wird. Die Gletscherausrüstung muss montiert werden, damit man anschliessend in steilerem Firn hoch zum Gipfelrücken des Piz Morteratsch steigen kann. Aufgrund der bereits grossen offenen Spalten mussten wir einen Umweg in die Flanke von gut einer halben Stunde in Kauf nehmen. Sofern guter Trittschnee liegt, kann die Firnflanke zum Gipfel ohne technische Schwierigkeiten hochgestiegen werden. Oben auf dem Gipfel wartet dann eine gigantische Aussicht auf die umliegenden Bündner und Italienischen Bergen auf. Auch die Sicht auf den benachbarten Biancograt des Piz Bernina lässt jedes Bergherz höher schlagen. Nach einer ausgiebigen Mittagspause bei tollem Wetter stiegen Reto und ich die Firnflanke wieder runter und wählten den Abstieg über die Normalroute über den Tschiervagletscher, welcher dann in den alpinen Wanderweg mündet und weiter zur Tschiervahütte führt. Aufgrund der heutigen Topverhältnissen konnte jede Minute genossen werden.
Zur Schwierigkeit der Tour: Die Kletterschwierigkeit von der Bovalhütte zur Fuorcla da Boval ist ein kurzes Stück II und unterhalb der Lücke I. Die Firnschwierigkeiten sind stark von den Firnverhältnissen abhängig. Bei Trittschnee bietet die Tour keine Schwierigkeiten, jedoch kann sie bei starker Ausaperung um einiges anspruchsvoller werden. Schwierigkeit: WS (II).
22.08.2015