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Gross Walenstock (NW/OW, 2572m)
Bild: Gipfel Bildmitte (Foto vom Herbst)



Bereits war ich drei Tage wandernd unterwegs und war von Muri AG bis zur Brunnihütte oberhalb Engelberg gekommen. Ich überlegte mir auf der Hüttenterrasse ein Tourenziel für den nächsten Tag. Die Entscheidung fiel auf den Grossen Walenstock. Ich war bis jetzt noch nie durch die Walenchälen gestiegen und fragte das Hüttenteam ein wenig darüber aus. Auf der Karte ist sie mit Gross Chälen gekennzeichnet und führt in den breiten Kessel westlich des Grossen Walenstock. Da ich Unbekanntes lieber im Aufstieg mache, war dies ideal. Am nächsten Tag nach einem gemütlichen Frühstück, musste ich zuerst wieder zurück zur Walenalp wandern. Von da folgt man dem Wanderweg Richtung Walegg noch einige Meter, bis man diesen dann rechts Richtung Chälen verlassen muss. Es ist von unten gesehen die erste "Chälen" rechts. Vor dem Geröll muss zuerst eine kurze Steilstufe in Gras und Fels überwunden werden, ehe man dann in die Gerölllandschaft übergeht. Das Couloir wird dann gegen oben immer ein wenig enger und steiler. Am Schluss darf ein wenig im I. Grad geklettert weden (immer rechts haltend). Die Schlüsselstellen bewegen sich im Schwierigkeitsgrad T5. Der Rest ist einfacher. Je nachdem, ist es einfacher im losen Geröll oder links davon im festen Fels zu gehen. Ist dieses Couloir überwunden, folgt ein riesiger Kessel. Ich war glücklich, in diesem offenen Gelände angekommen zu sein und wusste, ich bin richtig und habe das richtige Couloir erwischt :-) Die letzten 100 Meter gehen in einem Linksbogen hoch zum Gipfel, sind aber sehr geröllig. Stöcke tun hier ihre Dienste, da es für zwei Schritte aufwärts meistens wieder einen Schritt zurückgeht. Dieser Teil ist aber nur kurz und bald steht man zuoberst auf dem Gipfel. Den ganzen Tag war ich mutterseelenalleine unterwegs. Die Walenstockgegend ist sehr einsam und wild (mit Wild). Den Abstieg nahm ich dann runter zur Sätteliteufe, ebenfalls eine einsame Geröll- und Felslandschaft. Der Gegenanstieg führt auf den Grat zwischen Gross- und Chli Sättelistock und auf der anderen Seite wieder steil runter Richtung Bannalp. Der Weg ist nicht immer ganz einfach zu finden, obwohl die Route mit Strichen markiert ist. Es sollte auf jeden Fall sehr gute Sicht herrschen. Schwierigkeit: T5.
23.08.2013