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Mont Collon (VS, 3637m)



Mit Zug und Postauto fuhren wir nach Arolla. Ich war zum ersten Mal in dieser Gegend. Gemütlich ging es über Wald, Wiesen, unzähligen Blumen und Moräne südwärts Richtung Cabanne des Vignettes. Der abwechslungsreiche Bergweg ist fantastisch gelegen. Kurz nach Punkt 2380 gab es auf der Karte eine Verzweigung des Bergwegs. Wir folgtem dem unteren (östlichen) Weg, was auch für den Sommerzustieg genau richtig ist. Denn der Weg wurde neu ausgebaut und führt wie der andere auf der Karte eingezeichnete Weg zu Punkt 2580. Auf dem letzten Teil wandert man über den spaltenarmen Gletscher zur Cabanne des Vignettes. Dort bezogen wir unsere Unterkunft und planten die morgige Tour auf den Mont Collon.

Früh morgens geht es von der Hütte los auf das Gletscherplateau des Glacier du Mont Collon. Es macht Sinn etwas auszuholen, dass heisst in einem grosszügigen Bogen zum Felseinstieg bei Punkt 3204 zu machen. Beim grössten Einschnitt des Westgrates gelangt man auf den Grat. Der Fels ist extrem brüchig (II+). Für den Abstieg ist eine Abseilstelle eingerichtet. In Gehgelände steigt man auf dem Grat weiter hoch und spätestens nach 100 m steigt man am besten nahe der Gratkante auf. Es gibt eine Scharte, bei der nach rechts nach 2-3 Meter nach unten geklettert werden muss. Diese zu finden ist nicht einfach. Der Grat darf nicht zu früh verlassen werden und es muss auf dem Grat geblieben werden, bis es nicht mehr weiter geht! Die Scharte kann mit einem versteckten Griff mit der rechten Hand abgeklettert werden. Nach ein paar flachen Metern geht es wieder links haltend hoch. Die Kletterstellen bewegen sich ab nun im 3. Grad, leider kurz nach der Scharte wieder brüchiges Gelände. Nach dem ersten Abseilstand kletterten wir weiter den Abseilpisten entlang ziemlich direkt hoch (III - III+). Der richtige Weg wäre vermutlich, etwas ausgesetzt auf einem Band nach links auf den Grat zu traversieren. Dafür haben wir bereits die Abseilstellen rekognosziert. Ist das Gipfelplateau einmal erreicht, kann erleichtert auf den höchsten Punkt gewandert werden. Dank an meinen Tourenpartner Philipp, der jeweils die Route mit seinem Vorstieg gut aufgespürt hat. Der Gipfelgenuss ist wieder mal einmalig. Der anschliessende Abstieg erfordert volle Konzentration, vor allem wegen des brüchigen Gesteins. Für Liebhaber von losem Gestein ist dieser Berg zu empfehlen :-) Ich persönlich ziehe andere Touren trotz des spektakulären Gipfels definitiv vor. Schwierigkeit: ZS (III).
13.08.2013