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Rosenlauistock (Engelhörner) (BE, 2198m)



Dies ist meine erste Klettertour in den Engelhörnern

Am Vortag sind wir gemütlich zur Engelhornhütte hochgewandert. In der Hütte haben wir den Führer studiert, um die Route für morgen zu finden. Wir entschieden uns für die Route Haslizwerg am Rosenlauistock. Das Wetter war absolut traumhaft. So konnten wir beruhigt planen. Das war ja bis jetzt in diesem Sommer nicht immer der Fall.

Zustieg: Von der Hütte läuft man zurück um den Talkessel des Ochsentals herum und nimmt den oberen Weg, welcher vom Rosenlaui-Hüttenweg abzweigt. Nach dem Graspass geht es wieder leicht abwärts und quert dann unterhalb den Felsen weiter, bis sich der Weg langsam verliert. Bei der ersten Rinne nach dem Felsen (ist von unten fast nicht ersichtlich) muss man links hochkraxeln. Nach drei-vier Meter ist der Weg wieder erkennbar. Der Weg steigt nun gut 30 - 40 Höhenmeter an. Nachdem das Gelände nun etwas abflacht, sollte am Wegrand ein kleines Steinmännchen auftauchen. Hier sollte man den Weg links verlassen und dem oberen Pfad folgen. Aber nicht bis zum Ende, wo der Blick ins Couloir freigegeben wird und auch fälschlicherweise einen Haken mit Reepschnur am Fels vorhanden ist, sondern etwa 20 m davor. Der Einstieg von "Haslizwerg" ist nämlich überhaupt nicht leicht auffindbar! Dieser Verhauer sowie das Suchen des Einstiegs kostete uns gut zwei Stunden!

Zur Tour: Die Routen Haslizwerg (6a/6a+) und Westkante (4b, 2.p.a oder 5c) wurden saniert. Das heisst, die Absicherung hätte ich bei beiden Routen im Grossen und Ganzen als "gut" betitelt. Die angegebenen Schwierigkeitsgrade müssen dennoch beherscht werden, da zwischendurch auch mal längere Hakenabstände vorliegen.

1. Seillänge - Haslizwerg: 6a Anhaltende Schwierigkeit. An einer Stelle habe ich mich leicht verstiegen. Die Korrektur kostete mich kraft. Da es bereits nach 10 Uhr war und es bereits eine Hitze am Fels war, tropfte es bei mir runter wie ein Bach.

2. Seillänge - Haslizwerg: 4b Hier sind wir nach der Hälfte auf die Grasterrasse ausgestiegen, um angesichts der Zeit und der Hitze an der Westkante weiterzuklettern. Dies ist zugleich der Einstieg zur Westkante. Achtung: Wer auf der Haslizwerg bleiben möchte, darf nicht rechts halten, sonst ist er automatisch auf der Grasterrasse.

1. Seillänge - Westkante: 2b Kurze Kletterei zum nächsten Grasband. Zu Fuss weiter zum Einstieg zur nächsten Seillänge.

2. Seillänge - Westkante: 4b 2.p.a oder 5c Eine kurze steile und abgespeckte Verschneidung ist zu überwinden. Die Absicherung ist hier sehr gut. Die Seillänge sehr kurz.

3. Seillänge - Westkante: 2c Kurze Seillänge. Zuerst gerade hoch, dann rechts querend.

4. Seillänge - Westkante: 3c Schlüsselstelle direkt beim Start (eher schwieriger als 3c)

5. Seillänge - Westkante: 4a Schwierigkeitsgrad schwieriger als 4a! Achtung, die Route geht etwas links weiter! Rechts kommt eine andere Route scharf an der Kante hoch. Ich habe diese bis zum 1. Haken geklettert, bin dann wieder runter geklettert, da wir dann die richtige Route entdeckt haben. Die richtige Route führt zuerst etwas links über eine Verschneidung hoch. Wenn nichts mehr schlaues kommt, muss nach links gequert werden!

6. Seillänge - Westkante: 3c Gut abgesicherte Linksquerung

7. Seillänge - Westkante: 3c Erneute Linksquerung bis zu einem Zwischenboden.

8. Seillänge - Westkante: 2-3 Insgesamt zwei Haken im Zickzack empor (etwas links vom letzten Stand).

9. Seillänge -. Westkante: 4b Es muss nach links über ein Wändchen geklettert werden. Ist dieses überwunden, ist man auf dem Gipfel!

Abstieg: Die Tour ist noch lange nicht vorbei. Der Abstieg erfordert volle Konzentration! Zuerst muss vom Gipfel runtergeklettert werden. Die Kletterei ist hier nicht ein Problem. Für einen Moment ist es aber ziemlich ausgesetzt. Es gibt einzelne Haken zum Sichern. Es folgt ein einigermassen guten Weg bis zur Abseilstelle. Diese befindet sich von oben her gesehen ganz rechts. Die Abseilaktion verläuft über einen überhängenden Felsen. Der Fussabstieg führt nun von oben her gesehen auf der linken Seite des Couloirs weiter bergab. Der letzte Teil bis zum richtigen Weg runter ist anspruchsvoll, aber nicht mehr so ausgesetzt. Sinnvollerweise ist hier ein Haken gebohrt. Sonst wäre es T5-T6 Gelände.

Die letzte Etappe des Abstiegs ist identisch wie der Zustieg.

Fazit: Ein Traum ist für mich wahr geworden. Seit Jahren wollte ich mal in den Engelhörnern klettern gehen und diesmal hats geklappt :-) Schwierigkeit: 6a.
18.08.2012