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Dossen (BE, 3138m)



Die Anreise erfolgte am Samstag mit Zug und Postauto über Meiringen und Rosenlaui. Die imposante Rosenlauischlucht liessen wir trotz Eintritt nicht aus. Nach dem Ende der Schlucht gelangt man nämlich direkt wieder auf den Wanderweg. Der Weg ist bis zur Kreuzung Engelhornhütte-Dossenhütte rot-weiss-rot markiert (T2). Anschliessend wird es mit der blau-weiss-blau Markierung etwas alpiner (T4). Der Dossenweg ist einer der abwechslungsreichsten und schönsten Hüttenzustiege in der Schweiz. Verschiedene Vegetationsstufen werden durchstiegen und der Blick zum Rosenlauigletscher ist stets zu bewundern. Zwischendurch müssen Passagen im Klettersteigstil überwunden werden. Die Dossenhütte sitzt wie ein Adlernest auf dem Grat zwischen den Engelhörnern und Dossen und bietet eine formidable Aussicht. Die Hütte wurde zudem in dieser Saison neu ausgebaut.

Am Gipfeltag nahmen wir den Aufstieg zum Joch auf 3032 über den Firn, da dieser jeweils im Vorsommer noch gut begehbar ist. Die letzten 100 Höhenmeter zum Gipfel müssen kletternd überwunden werden. Die Schlüsselstelle ist im 3. Grad zu meistern. Es kann gut abgesichert werden. Bohrhaken sind vorhanden. Zusätzlich können sehr gut Keile, Friends oder Zackenschlingen gelegt werden, falls die Bohrhaken besetzt sind. Die Kletterei geht relativ schnell vorbei. Die Aussicht auf dem Gipfel auf die Berner Alpen ist fantastisch.

Den Abstieg ist bis zur Dossenhütte identisch. Nachher darf man entscheiden: Abstieg via Rosenlaui- oder Urbachtal. Wir entschieden uns für die Variante Urbachtal. Der obere Teil ist ca. T4, der untere Teil T2-T3. Der Abstieg zieht sich gewaltig in die Länge, ist aber einsam und wunderschön gelegen. Es macht Sinn, beim Beginn der Strasse ein Alpentaxi zu bestellen oder Autostopp zu machen.

Fazit: Der Dossen war schon lange ein Traum von mir. Umso mehr habe ich nun Freude, einmal oben gewesen zu sein. Schwierigkeit: WS (III).
26.06.2011