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Weissmies (VS, 4017m)



Eiskalte, aber schöne Tour auf den Weissmies

Nachdem wir mit ÖV nach Saas Grund gefahren sind, nahmen wir zuerst gemütlich einen Kaffee. Unter Einfluss des Nordföhns begleitete uns ständig ein blaues Loch, wo in der Nähe überall dunkle Wolken lauerten. Wir hatten grosses Wetterglück. Zwischen Saas Grund und Saas Almagell wanderten wir hoch, wo wir später auf den Höhenweg gelangten, welche zum Kreuzboden führte. Nach einem Dessert-Zwischenhalt zog es uns weiter zur Weissmies-Hütte, wo wir auch übernachteten. Die Hütte war ziemlich voll, aber es war trotzdem gemütlich. Das Essen war auch sehr lecker. Am Abend zeigte sich dann die Mischabelgruppe in schönem Abendlicht.

Nach einer kurzen Nacht war schon bald wieder Tagwache. Das Wetter konnte nicht besser sein - sternenhimmel und fast Vollmond. Wir brauchten die Stirnlampe nicht und wurden vom Mondlicht zur Hohsaashütte begleitet. Nach einem kurzen Stopp pilgerten wir los - etwas im Felsen ausholend - zum Gletscher. Wir montierten unsere Hochtourenausrüstung und bildeten eine 2er- und eine 3er Gruppe. Am morgen staunten wir noch, dass wir auf dem Weg zur Hohsaashütte die einzigen waren, die von der Weissmieshütte den selben Weg zurücklegten. Nun staunten wir, wie viele Hochtourengänger sich auf dem Gletscher befanden. Die Gletscherbegehung war nicht allzu schwierig. Die Seracs waren jedoch eindrücklich. Die Schlüsselstelle bildete auf ca. 3400 m die Querung nach rechts auf den Gletscherrücken, wo eine nicht allzu breite Seracbegehung und eine Metallleiterüberquerung auf sich wartete. Der Wind nahm zu, je höher wir kamen. Beim Joch angekommen, wurde es bitterkalt. Wir marschierten deshalb gleich weiter dem Grat entlang hoch zum Gipfel. Der Wind bliess kräftig. Das erste mal auf einer Hochtour überhaupt hatte ich vorübergehend kein Gefühl mehr in den Zehen. Dasselbe geschah mit den Fingern. Zum Glück kam dann bald mal wieder das "Nägeln". Nichts desto trotz, die Aussicht war fantastisch, wie man sie fast nie zu sehen bekommt!

Der Kälte wegen stiegen wir bald wieder ab in wärmere Zonen, wo wir das Mittagessen nachholten. Der Abstieg zur Hohsaashütte war dann schnell gemacht. Für den Abstieg nahmen wir die Seilbahn. Ich muss zugeben, dass ich im Vergleich zu früheren Jahren etwas fauler geworden bin.

Fazit: Ein tolle, genüssliche Hochtour, mit genialer Rundumsicht. Schwierigkeit: WS.
29.08.2010