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Madone (TI, 2395m)



Eigentlich wollten wir für unsere Wochenendtour ins Valle Vergeletto - ein Seitental des Centovalli - fahren. Eine Verspätung des Cisalpinos verwehrte uns jedoch die Anschlussmöglichkeit auf die weiteren Postautos. So disponierten wir kurzfristig in Bellinzona um. Mir kam die Alpe Monogne in den Sinn: Eine urchige Selbstversorgerhütte, stehend auf einer traumhaften Aussichtsterrasse. Miri war mit der sehr spontanen Idee einverstanden. Geplant, getan. Ausgehend von Sementina wanderten wir die gut 1200 Höhenmeter hoch zur Alpe Monogne. Wir genossen die übrig vorhandene Zeit sowie die herrliche Aussicht vor der Hütte.

Für den nächsten Tag stand uns eine sehr lange Tour bevor. Wir standen mittelfrüh (für diese Tour etwas zu spät) auf und wanderten nach dem Frühstück und Aufräumen los Richtung Val Ruscada. Diese Strecke kannte ich mehr oder weniger von einer Winterbegehung her. Immer etwas hochsteigend und mit einem eisig kalten Wind begleitet, kamen wir irgendwann auf dem Passo Ruscada an. Ein Gipfel sollte eigentlich noch drin liegen. Auf dem Pizzo dell'Uomo war ich auch schon, deshalb reizte mich der etwas weiter entfernte Madone ein bisschen mehr. Das hiess für uns, nochmals eine Querung in Kauf nehmen. Wir wollten etwas zu direkt drauf los laufen, was uns mit leichten Kraxeleinlagen Zeit kostete. Die viele Horizontaldistanz und die gesamthaften Höhenmeter kosteten Kraft. Beim Gipfelaufstieg waren wir deshalb nicht mehr so frisch und kamen letztendlich erst um 14.45 Uhr auf dem Gipfel an. Recht spät für den bevorstehenden sehr langen Abstieg mit total 2200 Höhenmeter-Vernichtung nach Vogorno. Dieser Abstieg hatte es dann wirklich in sich. Geschafft schafften wir es dann gegen 18.30 Uhr bei Dämmerungseinbruch nach Vogorno. Wir hatten Glück und wurden durch ein Wanderpaar sogar direkt nach Bellinzona chauffiert. So kamen wir letztendlich noch bei anständiger Zeit nach Hause. Es war eine lange Tour mit grosser Horizontaldistanz und vielem Auf- und Ab, aber wunderschöner Tessiner Herbststimmung. Schwierigkeit: T3+.
18.10.2009