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Breithorn (VS/I, 4164m)
Bild: Breithorn von der Gandegghütte aus



Wir schlafen in der gemütlichen Gandegghütte auf 3029 m über Meer. Der Wecker holt uns um 04.15 Uhr aus den Federn. Ich habe für meine Verhältnisse in dieser Höhe gut geschlafen. Nach dem Frühstück und ein paar Kaffee brechen wir auf zu unserer Tour . Der Vollmond übergibt das Zepter dem anbrechenden Tag und verschwindet langsam am Horizont. Wir queren auf die Skipiste, welche zum Theodulpass führt. Wir sind im Moment auch noch die Einzigen weit und breit. Bald gelangen wir aber in die Nähe zum Theodulpass, wo ein paar Tourengänger vor uns starten. Sie alle übernachteten im Rifugio del Teodulo (CAI). Wir bleiben weiterhin auf der Skipiste, um uns nicht anseilen zu müssen. Das Wetter verschlechtet sich zu unserer Überaschung sehr. Der Wind weht, die Sicht geht gegen Null und es ist sehr kalt. Wir müssen alle Kleider anziehen, die wir dabei haben. Bei mir heisst dies: Thermounterleibchen, Hemd, Pullover, Faserpelzjacke und Jacke hervorkrempeln. Wenigstens habe ich das Zeugs nicht alles vergebens mitgeschleppt. Unser Tageszwischenziel wird neu definiert: Statt direkt auf den Gletscher zu wandern, peilen wir die Bergstation des Kleinen Matterhorns auf 3817 m an. Wir erreichen die Station und können uns bei Kaffee und Kuchen aufwärmen. Viele Breithornaspiranten machen dasselbe wie wir. Bei dieser Sicht hat es keinen Sinn, denn Fuss auf den Gletscher zu setzen. Wir sind guten Mutes, dass die Wetterlage wieder kehrt. Die Vorhersage hat nämlich gegen Nachmittag immer besseres Wetter angesagt. So kommt es auch. Nach zwei Stunden sitzen, zeigt sich ein strahlblauer Himmel am Horizont. Der kalte Wind bläst uns jedoch immer noch um die Ohren. Trotzdem nichts wie los. Wir seilen uns direkt am Kleinen Matterhorn an. Ich tausche meine Handschuhe mit M. Diese sind wirklich nicht das Gelbe vom Ei. Ich muss auf dem Brethornplateau ab und zu den Pickel in der Hand wechseln, da das Metall ziemlich kalt auf die Finger wirkt. Der Wind lässt bald ein bisschen nach und ich habe auch wieder warm. Vor dem eigentlichen Anstieg auf dem Gipfelrücken montieren wir die Steigeisen. Nun gehts mit der Karawane hoch zum Gipfel. Das Überholen bei dieser einzigen Spur ist nicht einfach. Zu schnell können wir aber auch nicht gehen, da uns die Höhe auch abbremst. Noch ein paar Meter und wir stehen auf dem Gipfel. Das Panorama ist fantastisch. Wir gratulieren uns zum Gipfelerfolg und steigen wegen des herrschenden Windes nach dem Fotographieren bald wieder ab, um ein windgeschütztes Plätzchen zu suchen. Dieses finden wir und wir legen den verdienten Mittagsrast ein. Der Abstieg zurück zum Kleinen Matterhorn ist schnell gemacht und wir nehmen die Bahn runter nach Zermatt, zu unserem Basislager. Schwierigkeit: L.
08.07.2009