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Cima di Castello (GR/I, 3375m)



Philipp und ich starteten mit Dessert schlemmern in Maloja und liefen anschliessend durch das langgezogene Val Forno vom Malojapass zur Capanna del Forno. Der Aufstieg dauerte 3 1/2 Stunden. Der Hüttenzustieg vom Gletscher über die Moräne wurde im 2006 mit dutzenden von Eisengriffen, -stangen, etc. (schrecklich fürs Auge) neu hergerichtet.
Die Route auf den Cima di Castello führte uns am nächsten Tag vorerst zurück zum Fornogletscher. Dieser ist der zweitlängste des Kanton Graubündens und ist im oberen Teil ziemlich verschrundet. Wir erwischten den Felszustieg zum Grat nicht optimal und mussten aufgrund brüchiger Kletterei mehrheitlich durchsichern, erwischten im obersten Teil aber dann die richtige Route. Wir waren zu weit nördlich eingestiegen. Am besten ist es jedoch, kurz nach dem Couloir an den Fels zu gehen, um dann diagonal nördlich hochzuklettern. Die Stellen im Gratzustieg bewegen sich im 3. Grad. Die eigentliche Schwierigkeit stand uns auf dem Grat erst noch bevor. Ein steiles Firnfeld mit kleinem Bergschrund und Felstürme mit plattiger Oberfläche im IV. Grad waren mit Steigeisen anspruchsvoll zu klettern. Klemmkeile leisteten sehr nützliche Dienste. Diese Passage kostete uns Energie und wir sicherten dann den letzten Teil "gemütlich" durch. Gemäss SAC-Führer sollte der Aufstieg in fünf Stunden zu schaffen sein. Wir haben aber jedoch mehr als drei Stunden länger gebraucht. Ich nehme an, dass man für diese Zeit alles am verkürzten Seil klettern muss und dennoch ziemlich Gas geben muss. Der Abstieg über den Westgrat war dann wesentlich einfacher und erreicht kein WS+ wie es im Führer beschrieben wird. Jedoch ist es am besten, nicht wie wir bis zum Albigna-Stausee herabzusteigen, sondern den Weg oberhalb von 2500 m nördlich zu verlassen. Sonst gibt es durch das stetige auf und ab sehr viele Gratishöhenmeter und man ist am Schluss trotzdem wieder zu unterst beim Stausee.
Um 18 Uhr schafften wir es erschöpft (unter anderem viel zu wenig getrunken) zur Capanna da l'Albigna und erholten uns dort von den Strapazen. Am nächsten Tag stand dann lediglich der Abstieg und die Heimreise auf dem Programm. Trotz der langen und anspruchsvollen Tour war es ein super Erlebnis. Danke Philipp für diese genialen Tage im Bergell! Schwierigkeit: N-Grat ZS+ (IV), W-Grat WS.
19.07.2007